Der Gemeinschaftspavillon „Brunnenplatz 1“ im Zentrum der Hustadt war über viele Jahre ein Ort der Begegnung. Er entstand im Rahmen des Stadtumbaus, wurde 2010 fertiggestellt und 2011 um eine Holzdachkonstruktion ergänzt. Seitdem war er Treffpunkt, Veranstaltungsort und identitätsstiftendes Element am Brunnenplatz.
Heute steht dort nur noch die Betonstruktur.
Ein Pavillon ohne Dach ist baulich vorhanden – aber funktional nicht existent.
Wie es dazu kam
Im Jahr 2023 stellte das Tiefbauamt fest, dass wesentliche Elemente der Holzkonstruktion statisch nicht mehr sicher waren. Ursache war unter anderem eine fehlende Dachentwässerung seit der Nachrüstung 2011. Das Holz war über Jahre durchfeuchtet worden und massiv geschädigt.
Im Februar 2024 wurde die komplette Dachkonstruktion aus Gründen der Verkehrssicherung entfernt.
Dieser Schritt war aus Sicherheitsgründen nachvollziehbar.
Was folgte, ist jedoch bis heute unklar.
Die Beschlusslage 2025
Im Frühjahr 2025 erklärte die Verwaltung öffentlich, dass der Pavillon weiterhin als „wichtiger Ort des Austausches und der Begegnung“ angesehen werde. Ziel sei die zeitnahe Wiederherstellung eines voll nutzbaren Zustands.
Dafür wurden:
- zunächst 20.000 € bereitgestellt,
- später weitere 18.000 € Mehraufwand angezeigt,
- insgesamt also bis zu 38.000 € vorgesehen.
Die Bezirksvertretung Bochum-Süd stellte die Mittel zur Verfügung.
Ziel war eine Wiederinbetriebnahme noch im Jahr 2025 – idealerweise vor dem Hustadtfest im September.
Stand März 2026 ist der Pavillon weiterhin ohne Dach.
Das eigentliche Problem
Die Verkehrssicherungspflicht wurde erfüllt.
Ein einsturzgefährdetes Dach durfte nicht bleiben.
Das Problem liegt nicht im Abriss.
Das Problem liegt in der Dauer des Zwischenzustands.
Denn:
- Es existiert eine politische Zielsetzung zur Wiederherstellung.
- Es existiert eine Mittelbereitstellung.
- Es existierte ein kommunizierter Zeitplan.
Was bislang fehlt, ist der sichtbare Vollzug.
Verantwortung und Struktur
Der Pavillon ist ein Kooperationsprojekt:
- Eigentum: Stadt Bochum
- Betrieb und Betreuung: Förderverein Hustadt e.V.
- Finanzierung: bezirkliche Mittel
- Technische Umsetzung: Fachbetriebe in Abstimmung mit Verwaltung
Solche Konstruktionen sind komplex – insbesondere wenn bauliche Mängel, Vergabeverfahren oder Mehrkosten auftreten.
Doch genau deshalb ist Transparenz entscheidend.
Offene Fragen
Die Hustadt hat ein berechtigtes Interesse an Klarheit:
- Wie ist der aktuelle Projektstand?
- Welche Maßnahmen wurden seit der Mittelbewilligung umgesetzt?
- Welche Mittel sind abgeflossen?
- Welche technischen oder vergaberechtlichen Hindernisse bestehen?
- Gibt es einen verbindlichen Zeitplan?
Ein öffentlicher Ort im Zentrum eines Quartiers sollte sich nicht über Jahre im Zustand eines Provisoriums befinden.
Worum es wirklich geht
Es geht nicht nur um ein Dach.
Es geht um:
- Verlässlichkeit politischer Beschlüsse
- Transparenz im Verwaltungshandeln
- Prioritätensetzung im Stadtteil
- und die Frage, wie mit gemeinschaftlichen Orten umgegangen wird
Der Brunnenplatz ist das Herz der Hustadt.
Ein dauerhaft entkernter Pavillon sendet ein Signal – ob gewollt oder nicht.
Unser Anliegen
Wir fordern keine Schuldzuweisungen.
Wir fordern Klarheit.
- Eine öffentliche Darstellung des aktuellen Umsetzungsstandes.
- Eine transparente Kommunikation zu Hindernissen.
- Einen realistischen Zeitplan.
- Oder – falls erforderlich – eine ehrliche Neubewertung des Projekts.
Ein dauerhaftes Provisorium ersetzt keine Entscheidung.
Die Hustadt verdient eine klare Perspektive.
